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Geschichte des Rechtswesens im Bezirk:

 

Die Rechtspflege im heutigen Amtsgerichtsbezirk Tettnang war bis 1806 durch die Aufteilung in die sog. Nieder- und Hochgerichtsbarkeit sowie ständige Veränderungen der Zuständigkeiten geprägt. Die niedere Gerichtsbarkeit befasste sich mit kleineren Delikten oder Ansprüchen. Sie war überwiegend mit den sog. "Ämtern" gekoppelt, die sich nach örtlichen Zuständigkeiten von Ortschaften richteten. Es gab eine größere Anzahl solcher Ämter, die häufig nur einige Weiler erfaßten. Die niedere Gerichtsbarkeit übten daneben auch der untere Adel, z.B. das Grafengeschlecht der hier ansässigen Montforts aus. Die Hochgerichtsbarkeit lag dagegen beim höheren Adel, der sie regelmäßig delegierte, aber auch bei Klöstern ( z.B. Weingarten) oder den Städten (etwa Ravensburg). Zu Beginn des 19. Jahrhunderts wurde die Zersplitterung des Gebiets in kleine oder kleinste Herrschaften im Zuge der napoleonischen Besetzung beendet. Die Gebiete im hiesigen Raum kamen zunächst teilweise zu Bayern und z.T. zu Österrreich; so geriet das monfortsche Gebiet 1805 unter bayerische Herrschaft. Im Oktober 1806 wurde in Tettnang ein Landgericht eingerichtet, angrenzend an die Landgerichte Wangen und Lindau. Andere Teile des heutigen Amtsgerichtsbezirks waren zu dieser Zeit bereits an das Königreich Württemberg übergegangen. 1810 wurde auch das monfortsche Gebiet Württemberg zugeschlagen. Das Oberamt Tettnang gehörte nun zur Landvogtei Weingarten als höhere Verwaltungseinheit. 1818 erfolgte die Trennung von Rechtsprechung und Verwaltung, in derern Folge unter Aufhebung des bisherigen Landgerichts 1819 der erste Oberamtsrichter in Tettnang ernannt wurde. Dessen Kanzlei war fortan überwiegend im Neuen Schloss in Tettnang untergebracht. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts waren hier zwei Amtsrichter tätig, verstärkt im Sommer wegen der großen Anzahl auswärtiger Erntehelfer um einen Hilfsrichter, den sog. Hopfenrichter. Im 20. Jahrhundert stieg die Zahl der Gerichtsverfahren laufend an, was nach und nach zu personellen Aufstockungen führte.

 

 

Flur mit barocken Fresken

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